Rundgang Teil 6

Auferstehungsbogen

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Es stellt den Augenblick dar, da der Schöpfer nach der Dunkelheit der Passion das Wort spricht: „Es werde Licht !" Ganz oben stehen Menschen, die das ewige Licht froh zu fassen vermögen. An den Seiten sinken und ringen noch vom neuen Tag Geblendete, die das Licht nicht ertragen können. Alle Figuren sind nackt, zum Zeichen, dass der Mensch vor Gottes durchdringendem Auge nackt und schleierlos steht. Das mit Pastellfarben einst in kühner Technik in das Gewölbe eingeknetete Gemälde verkündet die Gewissheit: „Gott ist immer Sieger !"
 
Wie in einer Grotte im Felsen der Passion ist die Kanzelnische angebracht. So mahnt sie, dass die Predigt auf der Kanzel „das Wort vom Kreuze" sein soll. Wie eine Tulpe auf ihrem Stengel blüht die Kanzel aus dem Untergrunde auf. Von der Ausbreitung des Gotteswortes kündet auch der Sämann, der im Flachrelief der Kanzelvorderseite den Samen streut. So führt an der Chorwand eine große religiöse Sinnlinie nach oben. Beginnend mit dem Weltgesetze Gottes führt sie über den Calvarienberg der Welterlösung bis zum endlichen Siege Gottes über alle Höllenmächte.

Kronleuchter
Schauen wir noch weiter nach oben, so stößt unser Blick auf den großen Kronleuchter, der, 2,5 Tonnen schwer, im Kuppelraume hängt. Er ist eine Kopie jener noch vorhandenen drei romanischen Leuchter, die in Aachen, Hildesheim und Kloster Komburg bis auf unsere Tage gekommen sind. Auf seinem breiten Metallbande sind die Tierkreisbilder der Sonnenbahn dargestellt. 12 große wechseln mit 48 kleinen Laternen ab, die ein mildes und weiches Licht ausstrahlen.

Der Kronleuchter ist ein Symbol jener Himmelsstadt der vollkommenen Ebenmaße und Ordnungen, deren Kristallschimmer die Reinheit der ewigen, ‘triumphierenden,‘ Kirche widerspiegelt, die eine selig vollendete Welt der Liebe mit neuen Aufgaben sein wird. „Empor die Herzen !" ruft uns der Leuchter zu. Es gibt noch eine andere Welt in, hinter und über der irdischen.

Literatur: Friedrich-Wilhelm Weber: Führer durch die Christuskirche, Mannheim o. J. (ca. 1950)

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